Samstag, 15. Oktober 2011

Gestatten: Wütend. Sehr Wütend.

Hallo mal wieder.
Mein Blog ist im letzten halben Jahr tief im Zustand des Scheintodes versunken.
Zum einen mag ich es nicht besonders zu schreiben. Das ist ein tiefsitzender
Reflex
eines
Schülers der bei jedem Diktat seiner Karriere eine 6 eingeheimst hat.
Dann stellt sich auch der
Sinn danach, wenn man seine Meinung ins Internet
herausposaunt. Ich habe auf meinem Desktop ein halbfertiges
Review
von X-
Men First Class. Ich habe es nie zu Ende geschrieben, weil ich letztendlich dachte:
wer will das wirklich wissen?
Hm.
Dazu ist mit meinen
Webcomics halt einfach nicht mehr genügend Zeit übriggeblieben.
Zuletzt habe ich mit dem Gedanken gespielt einfach alle Beiträge zu löschen und
den Blog zu einem Online-
Portfolio um zubauen, wie es unter Designern üblich ist.

Aber vor zwei Tagen ist mir so der Kragen geplatzt das ich einfach mal meine

Meinung
schreiben musste. Die habe ich auf Einpraegsam.com gepostet.
Obwohl mir die Seite gehör
t denke ich nicht das sie der richtige Ort für diese Art von
Empörungen ist. Deshalb folgt jetzt der Originalpost von Donnerstag, zusammen mit
einigen
Ergänzungen am Ende.


















Ich möchte die Gelegenheit ergreifen und hier über ein Thema reden von dem ich finde
das es in den Medien bei weitem nicht genug Aufmerksamkeit erhält - der Staatstrojaner.
Ich bin wütend. Sehr wütend.

Schwer zu sagen, was mich an der Affäre mehr stört. Das eigentlich keiner
überrascht ist, das der Staat auch bei
nichtigsten Fällen die Schnüffelsoftware
rausholt und nicht, wie es eigentlich sein sollte, in Fällen von massiver Gefahr
für Leib und Leben? Das deutsche Behörden IHRE EIGENEN GESETZE brechen?
Oder das einfach nicht klar ist, ob es aus Böswilligkeit oder massiver
Inkompetenz
zu diesem
Debakel gekommen ist.

Ich erwarte Konsequenzen und ich erwarte sie schnell.
Für
Verfassungsbruch, egal ob absichtlich oder aus Unverständnis der Materie,
müssen Köpfe rollen. Ich hoffe das das auch geschieht. Der Fall
Guttenberg war dieses Jahr
ein Testballon, wie weit man als Politiker mittlerweile davon kommt.
Ihr erinnert euch? Ein überführter Betrüger hätte es fast geschafft
in seinem Amt sitzen zu bleiben. Weil einem Großsteil der Bevölkerung nicht in den Kopf wollte,
was so schlimm daran wäre wenn er „mal ein
bissl Abgeschrieben hat, macht doch jeder“.

Ich zittere davor das die gleichen Leute sich einen feuchten Dreck darum scheren das der
Staat Software hat, mit der sich jeder Aspekt des digitalen Selbst durchsuchen lässt und,
falls sich keine Beweise finden, man eben selber welche platzieren kann.
Die Politiker verantwortlich hierfür. Diese Leute müssen Weg.

Und ich verlange Waffengleichheit. Wir bekommen eine Gesellschaft, die, im Namen der
Sicherheit, sich herausnimmt jeden Aspekt unserer Kommunikation zu überwachen,
wer wann mit wem telefoniert,
geskyped, getwittert, gemailt hat. In der Politiker
schwarze Listen gefährlicher
Webseiten anlegen wollen. In der Machthaber westlicher
Demokratien ungestraft einen
Abschaltknopf für das Internet fordern können.
Dieser Trend muss sich Umkehren. Der Staat muss aufhören uns auf die Finger zu gucken,
wir müssen ihn auf die Finger schauen.

Und zwar im Interesse der Sicherheit. Im Interesse der Demokratie.

Die Basis, der Grundgedanke von Demokratie ist das man Herrschenden nicht trauen kann
und darf. Unser
Kontrollmechanismus sind die Wahlen, bei denen Politiker die ihren Job
nicht richtig machen dieses entledigt werden. Aber Wahlen haben nur einen Sinn wenn wir auch
wirklich wissen was diese Leute gemacht haben in ihrer Amtszeit. Darum ist es so unglaublich
wichtig das es Institutionen wie eine freie, unkontrollierbare Presse gibt.
Das es
Wikileaks gibt. Und das es den CCC gibt, der Staatstrojaner auseinandernimmt.
Und diese Institutionen müssen vor
Strafverfolgung, Repressionen, Zensur und nicht zuletzt
Schnüffelsoftware
geschützt werden. Sonst wüssten wir heute immer noch nicht,
das unsere Regierung das Gesetz gebrochen hat.

Die Demokratie ist das beste System das wir haben. Ich bin Demokrat.
Aber ich bin mir bei den Leuten im Amt da nicht so sicher.

Hier also die
Ergänzungen:
Die Technischen
Details des Staatstrojaners werden in diesen famosen Podcast erklärt.
Bisweilen etwas umständlich, aber hört ihn euch an.
Alternativlos ist im übrigen eine
sehr interessante Reihe von
Podcasts, die ich nur empfehlen kann.
Die Rechtlichen
Auswirkungen und Verwicklungen, also WARUM dieser Trojaner so
gefährlich und Illegal ist, wird hier anschaulich
erklärt.

Heute findet um 15:00 eine Demonstration für mehr Demokratie und gegen allgemeine

Ungerechtigkeit
statt. Ich war schon seit Jahren auf keiner Demonstration, ich bin einfach
nicht der Typ der für irgendwas auf die
Strasse geht. Das sollte sich langsam ändern.

Donnerstag, 31. März 2011

Sucker Punch - Das Schlüsselwort ist "Sucker"

Irgendwann letztes Jahr oder so kam mir dieser Trailer zu Gesicht:




Und ich habe damals gesagt: Das wird ein Eyecandy und Brainkaries von der übelsten Sorte.
Warum ich trotzdem drinn war weiss Gott allein.

Handlung:
Mädchen kommt in Irrenheim, stellt sich vor Irrenheim wäre ein Puff, stellt sich im Puff vor wie sie irgendwelche coolen Sachen macht um zu entkommen, schafft es aber nicht und bekommt letztendlich die Lobotomie die wir uns alle zu diesem Punkt für uns selber wünschen.

Wem ich jetzt den TWIST gespoilert habe, der wäre eh in den falschen Film gegangen; wer in diesen Film wegen der Handlung geht, der isst auch Wassereis des Nährwerts halber.
Und das ist eigentlich das Hauptproblem der meisten Reviews über Sucker Punch.
All diese fulminant geschriebenen Verrisse gehen einfach von der falschen Voraussetzung aus.
Als sich der Vorhang lüftete wollte ich nur eins sehen und zwar ein 90 Minuten langes Musikvideo. Das habe ich bekommen, ich kann mich nicht beklagen.

Musikvideo ist wirklich das Schlüsselwort. Der Vorspann und die vier Sehenswerten Stellen des Films werden von schönen Remixen begleitet und sind gut Choreografiert und Animmiert, was uns gnädigerweise jede Handlung erspaart.
Der Film verliert ganz massiv sobald irgendjemand den Mund aufmacht. Die Visuals sind schön, auch wenn man sich bei der Drachensequenz so fühlt als hätten die Macher unveröffentlichte Szenen aus Herr der Ringe kopiert.
Trotzdem Kudos an Zack Snyder, er hat es sogar geschafft das Special Effects langweilig werden. Die Traumsequenzen sind in ihrem Ablauf so repetiv das der dritte Durchlauf, irgendwas mit Robotern und Zügen, anödet.

Trotzdem: Zucker Punsh ist das Neue Kino.
Lange schon haben die Kreativen Hollywoods, mit einer Vorreiterrolle von George Lukas, versucht, Drehbuchschreiber überflüssig zu machen. Sucker Punch ist ein neuer Höhepunkt in dieser Richtung und an seinem finanziellen Erfolg wird die Frage beantwortet werden ob denn ein Film überhaupt eine Handlung braucht. Ich prophezeie ein Remake in 3D binnen 4 Jahren.
Und ungefähr dann wird auch Jemand alle Videospieltrailer aller Zeiten zusammenschneiden und ins Kino bringen und es wird keinem auffallen.

Summa Sumarum hat der Film den Effekt von Zuckerwatte; sobald man ihn konsumiert hat ist er auch schon spurlos Verschwunden. Man bemerkt nur die Löcher im Portmonaie und die Pfunde auf der Waage. Ich fand ihn unterhaltsammer als Equilibrium oder Brechdurchfall und empfehle ihn jedem Fan von MTV als es noch Musik spielte und Personen die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht in der Lage sind irgendetwas länger als 10 minuten konzentriert zu verfolgen.

Ich empfehle Sucker Punch auf DvD zu geniessen. Kino.to bietet nicht die Qualität die nötig ist und im Cinemax kann man die Ausgesprochen lästige Verbale interaktion der "Charaktere" nicht vorspulen, was zu unnötigen längen führt.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt - und er gewinnt

Scott Pilgrim. Ich weiss nicht wie viele von euch vorhatten in den Film zu gehen. Zur erinnerung, hier ist der Trailer:



(Doppelklick für Youtube)
Es handelt sich dabei um eine Verfilmung des in Übersee sehr populären Indie-Comics Scott Pilgrim (Durrrr), das Hierzulande noch nicht erschienen ist. Überhaupt können wir von glück reden das der Film jetzt schon in den Kinos ist; ursprünglich war Januar angepeilt. Dann ging aber jemanden beim Verleih auf das das lange, LANGE nach dem erscheinen der DvD und dem damit unumgänglichen hochladen bei Kino.to und Konsorten wäre. Das hätte die Einspielergebnisse ins negative verbracht.

Da ich von den Comics noch nicht sehr viel gelesen hatte bin ich ziemlich unbedarft in den Film gegangen. Habe mich über das leere Kino gefreut, die schlechten Trailer geärgert und dann ging der Film los.

30 Sekunden später war ich verliebt.

Scott Pilgrim ist warscheinlich der beste Film des Jahres. Oder noch länger. Es. Ist. Ein. ENDGEILER. FILM! Wenn ihr das hier lest, steht auf, geht zum nächsten Kino und kauft Karten für alle vorstellungen. Wenn ihr ihn schon gesehen habt geht nochmal rein. Wenn ihr das in Jahren nochmal lest kauft euch die DvD, die Bluray, die VHS und die Biopad-Speichereinheit. Dieser Film. Ich liebe ihn.
*HUST*
Ok, also...worum geht es eigendlich?

Es war einmahl im magischem Land Toronto, Kanada...

Scott ist nicht das was man einen angargierten Menschen nennt. Er lebt in einem fensterlosen Bunker mit seinem schwulen Mitbewohner Walace, dem eigendlich alles gehört, inklusive des einzigen Bettes. Er spielt gelendlich in seiner Band, Sex-Bob-Omb, hat keinen Job und auch nicht viel Motivation irgendwas daran zu ändern. Wir lernen ihn kennen als er seinen Bandkolegen seine neue Freundin Knives Chau vorstellt, die allerdings noch zur Highschool geht. Aber was sind schon 6 Jahre Altersunterschied. Sein Leben plätschert vor sich hin und es gäbe keinen Grund etwas daran zu ändern. Hätte er nicht eines Nachts einen Traum von einem Mädchen. Als er sie am nächsten Tag sieht ist er sofort in sie verliebt: Ramona Flovers. Scott tut alles um mit ihr zusammen zu kommen. Diese Einstellung braucht er auch, denn wer mit Ramona zusammen sein will muss zunächst ihre 7 bösen Ex-Lover besiegen, die Regelmässig in Scotts Battle-of-the-Bands-programm reinplatzen...
An der Oberfläche ist Scott Pilgrim also dein üblicher Versager-schlägt-sich-durch-und-kriegt-das-Mädchen-Film. Aber ganz so einfach ist das nicht. Zwar ist Ramonas verflossenes Liebesleben handlungsvorgebend, aber auch Scott hat seine Leichen im Keller. Wie er mit den Gefühlen von Knives umspringt ist nicht die feine Art, seine Bandkollegin und er haben eine nicht ganz verheilte Vorgeschichte und seine Exfreundin Envi vernichtet ihn durch ihre blosse Anwesenheit völlig. Aber sein wir ehrlich, uns begeistern die 7 bösen Bossbattle.
Es kümmert übrigens keinen warum alle Exe von Ramona scheinbar über Superkräfte verfügen; nur bei Nummer drei gibt es eine Erklährung. Man kann sich auf den Standpunkt stellen das die überdimensionalen Kräfte nur Metaphern sind für die Anstrengungen, die unser junger Held auf sich nimmt. Man kann sich auch auf den Standpunkt stellen das sie einfach extrem unterhaldsam und witzig sind.

Das führt uns zu der waren grossartigkeit von Scott Pilgrim. Sein unglaublich temporeicher, endgeiler Humor und das er alles grossartige im Leben vereint: Comics, Rock und Videospiele. Überhaupt würde ich diesen Film als erste und einzige ware Videospielverfilmung ansehen, die jemals gemacht wurde. (Wenn das Original ein Spiel gewesen wäre.) Die Bosskämpfe werden in bester Beat-em-Up-manier präsentiert, Scott hat ein Extraleben und einen Pinkel-Balken und seine erschlagenen Feinde hinterlassen Münzhaufen, über die sich Scott beschwert das sie teilweise noch nichtmal für die Bussfahrt nach Hause reichen.
Was die Frage aufwirft ob man von dem Film genauso hingerissen ist wenn man ohne Videospiele aufgewachsen ist. Vieleicht ergibt der Film für einen Freund der Realität garkeinen Sinn, stösst ihn ab, verärgert ihn?
Keine ahnung, mit solchen leuten gehe ich nicht in Kino.
Aber ihr solltet in Kino. In Scott Pilgrim. Glaubt mir.

Mittwoch, 20. Oktober 2010

X'ed Out - Hergés Alpträume


Neuer Monat, neue Adresse, neue Frisur - neuer Blogeintrag? Yes.
X'ed Out (sprich: Exed Out, also in etwa Durchgestrichen) ist das jünste Werk von Charles Burns und sein erstes in Farbe. Den Namen Charles Burns kennt man, allerdings nicht für seine brillianten Graphic Novels. Woher verrate ich am Ende des Eintrags.
Also, X'ed Out. Worum geht es?

Dough geht es nicht gut. Er hat eine schwere Kopfverletzung und liegt mit halbseitig rasiertem Schädel im Keller seiner Mutter auf dem Sofa, umgeben von Polaroids seiner Freundin - Exfreundin? - seinen Schmerzmitteln und seinen Erinnerungen. Aber nicht nur sein Körper ist traumatisiert, auch sein Geist. Beim Ton der Türglocke bricht er vor Angst fast zusammen und seine Medikamente schicken ihn auf Reisen zu Orten seiner Vergangenheit und in eine unglaublich bizarre Traumwelt. Hier wandert er als eine Parodie von Tim (aus Hergés Klassiker Tim und Struppi) durch eine toxische Ruinenstadt, bevölkert von aggressiven Echsenwesen, verformten Mutanten und Eiern. Das furchtbare Ereignis, das zwischen seinem War und seinem Ist-Zustand liegt, scheint hier irgendwo wiedergegeben zu sein. Aber was es ist erfahren wir nicht. Noch nicht.
X'ed Out ist eine fasziniernede Charakterstudie. Es ist mitreissend, Dough bei dem Versuch die Fetzen seines Lebens wieder zusammenzusetzen zu beobachten. Und die Traumelemente begeistern durch ihre surealität.

Charles Burns Stiel ist, abgesehen davon das er diesmal in Falbe ist, der seiner alten Arbeiten. Exackte, elegante Linien und klare Flächen, inspireirt von Werbeillustrationen der fünfziger und sechziger Jahre. In den Erinnerungs und Gegewartsfetzen werden die Zeichnungen sehr Dunkel. Die Traumepisoden in einem flächigeren Stiel gezeichnet, ohne ihre verstörtheit einzubüssen. Das ist eine weiter Anlehnung an den klaren, flächigen Tim und Struppi-Stiel. Überhaupt gibt es merkwürdig viele Paralelen:

- Das Cover ist eine Anspielung auf das Tim und Struppi Album der geheimnisvolle Stern
- Dough ist in seiner Traumwelt eine Tim-ähnliche Figur, im Hintergrund ist in einer Szehne der Schädel einer Tim-Statue zu entdecken
- In seiner Erinnerung liest Dough ein Gedicht vor. Er trägt dabei eine Tim - Maske und stellt sich als Nitnit vor. Tintin ist Tims Name im französischen Original.
- Auf seinem Bett findet sich ein Nitnit Comic. Auf dem Cover ist Tim zu sehen wie er in einem Bett liegt.
- In der Gegenwart trägt Dough ein T-Shirt mit Tims Siolette drauf

Zufall? Eastereggs? Tribut an Hergé? Hinweise? Keinen Plan.

X'ed Out ist eine sehr gute Graphic Novel. Ihr einziger Fehler ist das sie zu kurz ist. Das Album reisst unvermittelt ab und lässt uns mit einem Clivhanger zurück. Fortgesetzt werden soll die Geschichte in Band 2, The Hive. Ein Erscheinungsdatum für The Hive steht noch nicht fest, aber es kann dauern. Burs Stiel ist sehr aufwändig, so das die Produktion eines Comics seine Zeit braucht.

X'ed Out ist in Amerika bei Phanteon erschienen und in Deutschland noch gar nicht, weil es erst seit Anfang des Monats raus ist. Amazon möchte so um die 15 € für das gute Stück.


Soo, Auflösung der Rätzelfrage: Woher kenne ich den Namen Charles Burns?
Leider nicht von seinen brillianten Arbeiten. Sondern eher über seinen ehemaligen Komilitonen: Matt Groening, Schöpfer der Simpsons, der Homers Boss nach Mr. Burns benannte.

Dienstag, 6. Juli 2010

Comic Radar - Reanimated

So, Semester ist quasi vorbei, da habe ich wieder Zeit für die schönen Dinge des Lebens.
Wie Fanservice, Zombies und, äh, mehr Fanservice und Zombies. Die Rede ist von Highschool of the Dead. Die Onlineversion ist nicht mehr erreichbar, aber wir alle wussten das Mangahut nicht ewig leben würde. Macht auch nix, denn die Serie erscheint AUF DEUTSCH! Und zwar bei Carlsen Comics und schon seit März...ich guck mir die Mangaregale in letzter Zeit echt zu selten an. Bis jetzt sind zwei von vier Bänden auf Deutsch erschienen. In Japan "pausierte" die Serie ja für über ein Jahr (Mangakaslang für:Ich hab keinen Bock mehr) aber sie wird jetzt fortgesetzt. Möglich, das auch das erscheinen der Animeversion im Entscheidungsprozess mitgewirkt hat.



Irgendwie bin ich ein bischen Stolz das ich die Serie vor allen anderen gefunden habe :)

MEHR TOTE:
Nach langer Zeit habe ich mir mal wieder zwei Ausgaben von The Walking Dead gegönnt (US Band 10 u. 11) und die Serie hat mich sofort wieder gepackt. Die stetig schrumpfende Gruppe um Rick Grimes befindet sich auf dem Weg nach Washington in der Hoffnung auf einen sicheren Hafen. Ihre bisherige Reise hat sie alle gezeichnet: Jeder von ihnen ist irgendwie an Körper und Seele vernarbt und verstümmelt. Wärend die eigendliche Bedrohung durch die Zombies langsam abzunehmen scheint ist der Hauptfeind der Überlebenden nach wie vor der Mensch. Wahnsinn und Kanibalismus machen sich breit.
Ich hätte nicht gedacht das die Serie mich so schnell wieder so einzieht. Trotz mitlerweile 12 Bänden und vier Jahren Laufzeit macht the Walking Dead keine Anstalten zu ermüden. Die Charaktere entwickeln sich logisch weiter und sind der Treibstoff der die Serie voranbringt und ihr auch immer wieder neuen Horror abgewinnt. In einem Interview liess Robert Kirkman durchblicken das er auch keinen Grund sieht aufzuhören. Viel mehr sprach er davon "sie immer weiterlaufen zu lassen, ähnlich wie die Simpsons, einfach immer weiter." Wie die Simpsons? Dann haben wir noch 16 blutige Jahre vor uns.
Aber the Walking Dead wird uns für die Lesefaulen nicht nur in Comicform geliefert werden:
Der US-Sender AMC, die Serien wie Mad Men und Breaking Bad produzieren, will The Walking Dead als Realserie rausbringen! Frank Darabount (the Green Mile, der Nebel) soll schreiben und Regie führen, als Mitschreiber ist Charles H. Eglee (Dexter) vorgesehen. Die ersten 6 Folgen sind bestellt...ich hoffe stark das das was wird!

Dienstag, 25. Mai 2010

Lost - Win?


Jetzt ist es also vorbei. Eine der grössten und meist umjubelten Serien der letzten Dekade hat ihr Finale gefunden. Ende, Aus, Schluss. Und, war es das wert?

Dieser Eintrag soll einmahl ein Resume ziehen über diese Serie, die ein Phänomen war und ist, und sowohl Unerfahrenen einen Überblick verschaffen als auch Erfahrenen eine Andeutung auf das Ende geben. Warnung: kleine Spoiler sind dabei nicht vermeidbar, aber ich werde versuchen niemanden die Überraschung zu verderben.

Also, worum geht es bei Lost?
Die Serie startet mit einem sehr klaren Setting. Der Flug Oceanic 8-15 von Sidney nach Los Angeles stürtzt mitten im Pazifik ab und landet auf einer unbewohnten und unbekannten Insel. Ein grossteil der Passagiere überlebt und richtet sich auf der Insel ein in der Hoffnung auf Rettung. Doch bald stellt man fest das die Insel sehr viel mehr ist als nur ein netter Strand. Seltsame Dinge geschehen, Menschen haben Erscheinungen, sie scheinen nicht zufällig auf dem Flug gewesen zu sein oder abgestürtzt zu sein und die Insel ist nicht so unbewohnt wie anfangs angenommen. Im Laufe der Serie bläht sich das zu einem gewaltigen Mytos auf, über Eisbären im Jungel, Hippies in Bunkern, zeitreisenden Atombomben und mechanisch klingenden Rauchwolkenmonstern.
Die Handlung folgt einigen der Überlebenden, wobei immer ein Charakter im Mittelpunkt der Episode steht. In jeder Episode gibt es einen Handlungsstrang der auf der Insel stattfindet und einen jenseits der Insel. Dieser zweite Strang, im Fanjargong Flash genannt, beschäftigt sich meist mit der Vorgeschichte des Charakters, bis zu einem Punkt an dem..
Err...ja. Ich merke grade das es fast unmöglich ist mehr zu schreiben ohne irgendjemanden die Überraschung zu verderben.
Und Überraschung ist das Kernelement der Serie. Oder vielmehr die Suche nach Antworten. Den im Grunde genommen ist Lost ein konstanter Kliffhänger, am Ende jeder Episode ist man mit den hingeworfenen Erklährungshappen unzufrieden und giert nach mehr, mehr Antworten, mehr gelüftete Geheimnisse! Doch auch in der nächsten Episode kommen für jede Antwort zwei neue Fragen auf und so geht es weiter und weiter.
Diese Mechanik lässt einen schnell süchtig nach Lost werden, aber sie schmälert auch den Wiedersehbarkeitswert der Serie gewaltig. So fragen sich die Charaktere den besseren Teil der ersten Staffel was sich wohl hinter einer gewissen Tür befindet. Wenn man jetzt aber die Zweite Staffel gesehen hat kennt man die Antwort, das Fieber ist dahin, man will aber um so brennender wissen was passiert wenn der Knopf nicht gedrückt wird! Aus Sicht der dritten Staffel ist das auch geklärt, aber wer sind die Anderen?...
Überraschung ist auch die Deviese für die kleinen Momente. Die nicht zu kurzgeratene Gewalt der Serie kommt unerwartet und häufig, Charaktere wechsen alle paar Episoden das Lager und ein spezieller Charakter scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben jedes mal wenn man meint ihn durchschaut zu haben einem das Gegenteil zu beweisen. Auch wird fleissig gestorben - gerne auch mal Leute von denen man es nicht erwartet hätte. Überraschung!

Ich kenne viele Leute in meinem Bekanntenkreis die Lost nicht gesehen haben, aus unterschiedlichen Argumenten heraus. Meine liebste Begründung war "Ich finde es unlogisch das sich die Leute alle vorher kannten". Durrrrrrrr. Es ist eine Mysteryserie! Warum sie sich vorher kannten ist ein Mysterium! Es gehört zur Serie dazu! Schön an dieser Argumentation ist vor allem das die betreffende Person grosser DeepSpace 9 und Herr der Ringe Fan ist.

Ein anderer Kritikpunkt ist "Hast du eine Nicht gesehen hast du alle nicht gesehen!" Das ist war. Die Serie erzählt eine durchgehende Handlung, in der jede Episode in irgendeiner Weise zum Plott beiträgt. Dieses Konzept ermöglicht es eine Geschichte von warhaft epischen Dimensionen zu erzählen, macht es aber Leuten schwer die Arbeiten oder ein irgendwie geartetes Privatleben haben und die Serie im Fernsehen verfolgen wollen und eben nicht jede Episode miterleben können. Es macht Lost ausserdem gradezu Quereinsteiger-Feindlich. Aber für jemanden der sich die DvDs gekauft / geliehen hat oder aus versehen im Internet auf den falschen Link geklickt hat und alle Folgen auf einmal sieht ist es sehr angenehm zu wissen das nichts belangloses geschieht.
Meine Epfehlung daher: Leiht euch die DvD Staffeln, nehmt euch mal ein Wochenende nichts vor und geniesst. Denn endweder ihr könnt nicht anders als sie alle durchzusehen oder die Serie ist nichts für euch.

Denn das führt mich zu Argument 3:"Es werden immer nur Fragen aufgeworfen, aber wo bleiben die Antworten?" Sie wurden uns versprochen in der letzten, Anderthalb Stunden währenden Episode der Serie. Wurden sie geliefert? Konnte aus all den Handlungsfäden doch noch ein anständiger Pullover gestrickt werden oder ist es ein loses Knäul geworden?
Um das zu beantworten habe ich mir aus Recherchezwecken die ganze letzte Staffel auf einen Rutsch reingepfiffen und ich muss sagen:

Ich bin ein bischen enttäuscht.

Vieles wurde geklährt, das Ende ist ein definitves das endgültiger nicht sein könnte, aber restlos gekärt ist die Natur der Insel, die Beweggründe ihrer verschiedenen Bewohner und die der organisierenden Macht im Hintergrund sowie das Mysterium von der Zahlen nicht wirklich. Das ist schade, aber die Frage ist: Muss überhaupt alles geklärt werden? Meine erste Assoziation mit dem Ende war die abschliessende Episode von Evangelion. Es bleibt einiges im kryptischen und erhält damit den Geist der Serie mit ihren Rätzeln noch über ihr Ende hinaus am leben.

Selbst mit diesem Wissen würde ich jedem, der einmal eine Woche in einer einsamen Hütte verbringt und ein Fan von Mystery ist empfehlen sich die Serie mal im Maraton anzusehen. Es lohnt sich.


Da das jetzt geklärt ist, kommen wir zu den Sachen die ich an Lost ungewollt komisch finde und die irgendwie auch nur auffallen wenn man sie auf einem Sitz guckt.
- Die Charaktere müssen in ihrem Inselaufenthalt unglaubliche Waden entwickeln. Das meistverwendete Plotbauteil ist nähmlich das ständige Rennen von A nach B, ständig, kreutz und quer über die Insel.
- Alle Probleme hätten binnen eines Nachmittages aus der Welt geschafft werden können wenn sich die Leute einfach mal zu ner Tasse Tee gesellt hätten anstatt auf einander zu schiessen. Aber das wäre zugegebenermassen langweilig gewesen.
- Die Insel scheint Heimat des seltenen Munitionsbaumes zu sein. Soviel Blei wie im Laufe der Serie verschossen wird kann einfach niemand einbunkern.
- Wenn du in einem Flugzeug sitzt haben von Acht Leuten um dich herum mindestens drei einen oder mehrere Menschen auf dem Gewissen.
- Wer meint,108 Tage auf einer Laufen-und-Obst-Diät würden einen abnehmen lassen, ist im Irrtum.
- Bist du nicht sexy oder witzig bist du kein Hauptcharakter.
- Einige Leute in Lost entwickeln gradezu kafkaeske Geduld in dem sie Jahrzehntelang Posten besetzen ohne so richtig zu wissen warum eigendlich.
- Auf der Insel stoppt der Bartwuchs nach Tag 3.
- Und zu guter letzt: Wenn du ihm keinen richtigen Namen gibst bleibt es Spooky.

Ihr habt das Ende gesehen? Hinterlasst eure Meinung.
Soviel dazu. Nächstes mal setze ich meinen Superheldenmonat fort - schaltet ein oder lasst es bleiben.
~ Spoon

Samstag, 1. Mai 2010

Mai, Mai, Mai

Hier einige Kleinigkeiten zum bevorstehenden Wonnemonat.

Erstens: Heute in einer Woche, sprich Samstag den 8. Mai, findet zum ersten mal in Deutschland der Gratis Comic Tag statt! Beim Comicshop eures Vertrauens bekommt ihr eine Auswahl von Comics geschenkt! In Amerika ist der Gratis-Comic-Tag schon eine feste Instution, hoffen wir mal das er sich auch hier durchsetzt. Hier ist die Seite zur Aktion. Ich werde mir natürlich so viele Comix abgreiffen wie geht, mit Priorität auf Hellboy, Forever, Mawil, und Horrorschocker. Aber auch Courtny Crumrin lächelt mich an, insbesondere da Geschichten zum Comictag traditionellerweise Exklusiv sind, d.h. also anders nicht zu bekommen sind (Stimmt allerdings nicht ganz, da zum beispiel Spirou und Fantasio oder Universal War One auch regulär zu kaufen sind).
So oder so, Riesensache!

Zweitens: Wer Timo was zum Geburtstag schenken will, aber nicht weiss was gut annkommt, hier ein paar mögliche Geschenke:
MP3-Spieler
District 9 auf DvD
Watchmen auf DvD
Southern Comfort
Akte X Staffel 8, 9, Film 1 und 2
Eine gute Isomatte
Ein Gutschein von Amazon
Weltfrieden. In einer Box.

Soviel dazu, geniesst den restlichen Tag der Arbeit.